Galerie und kulturelles Forum Gartenflügel

Geschichte

Eine alte Villa in Ziegelbrücke, erstellt kurz vor dem ersten Weltkrieg am Ende einer Epoche, die gar nicht so weit zurück liegt und doch fern erscheint, wird stilgerecht restauriert. Sie sucht eine neue Identität, denn ihre grosszügigen Räume und weitläufigen Dimensionen wollen nicht mehr so recht zum rationalisierten Wohnstil unseres Jahrhunderts passen. Sie findet diese, wie so manche andere aus ihren Reihen, in einer funktionellen Rolle als Bürogebäude - sie wird genutzt und wird nützlich. Aber es bleibt ein Anhängsel, ein Nebenflügel hinter der Küche, mit Sicht auf den Garten - vorläufig ungenutzt.

Idee

So kommt dann eben beim Umbau 1994 die Idee auf, den Gartenflügel einer unnützlichen Nutzung zuzuführen. Die Küche wird zur Galerie; ein Wanddurchbruch schafft Raum für Vorträge, Lesungen, Kammermusik oder Kleinsttheater mit gut 80 Sitzplätzen; und der Dachboden, wo einst die Vorfenster gelagert wurden, entpuppt sich als besonders charmantes Refugium, von dem aus man sich auf der Dachterrasse unter den Kronen der alten Bäume ergehen kann. Alles sehr schön, mögen Sie sagen, aber haben wir nicht schon genug Kulturzentren, -hallen, -mühlen, -sägen, -fabriken - und jetzt also noch einen Kulturflügel? Bestimmt, wir wagen ein Experiment im Gartenflügel; und Experimente können schief gehen - dann wird eben der Gartenflügel auch nützlich genutzt werden - definitiv. Aber vorher möchten wir versuchen, alle die zu interessieren, die kulturelle Begegnungen nicht im spektakulären sondern eher in einem privaten Rahmen suchen oder selbst anbieten wollen. Nebst eigenen, nicht permanenten Aktivitäten soll der Gartenflügel deshalb auch andern Institutionen und Künstlern zur Verfügung stehen, die sich durch die Atmosphäre dieser Räumlichkeiten angesprochen fühlen.

Ziel

Unser Ziel ist die Förderung interkultureller Anliegen. Im Gartenflügel kann also nicht professioneller Kulturbetrieb, aber vielleicht Gastfreundschaft geboten werden, für die das Haus ja ursprünglich konzipiert wurde. Und damit die Gelegenheit, gewissermassen privat, interessanten Menschen, die nicht unbedingt bekannt und prominent sein müssen, und ihrem Schaffen zu begegnen. Und wir wollen auch Schwerpunkte setzen, vorab aber nicht ausschliesslich im interkulturellen Bereich, wie die verschiedenen Themen der Ausstellungen und anderen Veranstaltungen seit 1994 zeigen.